Schlaflos in Marienthal
Kategorie: Fiktion, Gedanken
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Den folgenden Text hab ich vor 2 Tagen ca. um 2 Uhr Nachts geschrieben nach dem ich absolut nicht einschlafen konnte.
Sowas kommt dabei heraus wenn man schon nur noch halb Herr seiner Sinne ist.
Die Dunkelheit strömte langsam in das Zimmer und setzte sich in dessen Mitte fest.
Hineinzukommen war kein Problem für sie, ein großes Fenster mit zwar dicken, aber weit offen stehenden Vorhängen, bildete den optimalen Einfallpunkt für ihre immer weiter nachsickernden Wogen, die aus einer sternlos über der Außenwelt hängenden Nacht immer neuen Nachschub erhielten.
Doch in diesem Zimmer war die Situation nicht ganz so klar wie außerhalb – konnte die Dunkelheit zwar schon die gesamte Mitte des Raumes unangefochten für sich beanspruchen, so kämpften an den beiden Enden, es war nämlich ein (wegen seiner Form so genanntes) Schlauchzimmer, zwei matt strahlende Bildschirme gegen die einfallende Lichtlosigkeit und wollten das Zimmer noch nicht völlig an den immer wiederkehrenden Feind verloren geben.
Der eine, ein eher klein geratener TV Apparat aus recht billiger Produktion, war dabei trotz geringerem Wert sichtlich erfolgreicher als sein Verwandter (ja sie waren, auch wenn sie auf den ersten flüchtigen Blick doch sehr verschieden aussahen, tatsächlich verwand, was man bei genauerer Betrachtung aber auch aus so mancher Ähnlichkeit schnell schließen konnte), ein relativ neuer und hochwertiger Computerbildschirm, der aber einfach nicht die selben Luxzahlen erreichen konnte wie sein entfernter Verwandter.
Dennoch kämpften sie beide immer wieder aufs neue einen langen und aussichtslosen Kampf gegen die regelmäßig einfallende Dunkelheit, der sie am Ende aber doch erliegen mussten, was sie aber nie dazu veranlasste die Hoffnung aufzugeben, hatten sie doch zumindest die Gewissheit das sie die Zeit bis zu ihrer Niederlage immer öfter immer weiter hinauszögern konnten, um irgendwann, wer weiß, vielleicht doch einmal komplett zu siegen.
Wie dieser immer wiederkehrende Kampf dabei einmal begonnen hatte wusste inzwischen eigentlich niemand mehr so recht zu sagen.
Auch warum man nicht einfach die Vorhänge schloss, die mit ihrem dicken Stoff sicherlich in der Lage waren jedes Eindringen von Dunkelheit durch das Fenster sicher zu unterbinden oder nicht die Hilfe der Deckenleuchte in Anspruch nahm, deren helles Licht allein ausreichte den gesamten Raum gegen jede Dunkelheit abzuschirmen, konnte keiner sagen – wahrscheinlich auch deshalb weil sich keiner darüber wunderte und so auch niemand darüber nachdachte. Und selbst wenn es jemand gewollt hätte, noch bevor er eine Antwort auf diese Frage fände, erlösche plötzlich erst der eine, dann der andere der beiden entfernten Verwandten und die Dunkelheit überfiele, nun ohne weitere Gegenwehr, ein weiteres mal auch die letzten Gebiete des Zimmers und hüllte alles, selbst die Gedanken, in Schweigen.

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Eintrag vom 05.02.2009 21:31 Uhr - 0 Kommentare
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