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KuK and Friends » Blog von Df3nZ187 » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]

Zuhause
Kategorie: Fiktion
In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat bei uns in der Nähe eine gelbe Tonne gebrannt. Mitten in der Nacht großer Auflauf, Tatü-Tata die Feuerwehr ist da und bei offenem Fenster ein herrliches Duften...
Na ja, geblieben sind folgende Zeilen nach einer aufgeweckten Nacht.

Mmh, der beißende Geruch von verschmortem Plastik.
Mit seinen abgewetzten Dienstschuhen stocherte er in dem traurigen, schwarzen Klumpen herum der noch vor kurzer Zeit nach ersten Ermittlungserkenntnissen wohl eine halbvolle Tonne Plastikmüll gewesen war, für den der immerwährende Kreislauf des Recyclings hier ein jähes, vorschnelles Ende gefunden hatte. Vermutlich durch die Hand einiger trunkener Jugendlicher auf dem Heimweg aus der nächstgelegenen Discothek oder vielleicht doch als mahnendes Zeichen eines besonders ordnungsbewussten Nachbarn, den es schon seit langem nervte das die Tonne hier immer auf dem Gehweg stand? Nun, das würde noch zu klären sein. Er war ja schließlich gerade erst am Tatort eingetroffen. Wobei ihm in der selben Sekunde bereits bewusst wurde das das auch keine brauchbare Ausrede dafür war, dass seine Motivation den Fall überhaupt aufzuklären schon längst nahe gegen Null tendierte.
Also noch ein bisschen in dem kratzen was früher als Asphalt und Plastiktonne zwei nah beieinander liegende, aber dennoch getrennte Leben führte, nun aber unter Einwirkung von ein paar 100 Grad zu einem undefinierbarem ganzen verschmolzen war. Also der Gehweg war nun jedenfalls völlig hin, was wohl nicht das gewünschte Ergebnis des eventuell tatverdächtigen, noch nicht näher identifizierten Nachbarn gewesen sein dürfte, wohl aber das der betrunkenen Kids, für die er nach einem kurzen Blick auf die Uhr – kurz nach halb Zwei – den Heimweg von lieber zum Hinweg zur Discothek umredigierte. Die Zeiten hatten sich in dieser Hinsicht seit seiner Jugend doch drastisch verändert.
Nun ja, noch schnell ein paar Fotos machen, ein paar Notizen für den gut 4seitigen Bericht den selbst diese verkohlte alte Mülltonne ihm in der Verwaltungsarbeit noch abnötigen würde, und dann nichts wie ins Auto und zurück auf die Wache. Derartige Bagatelldelikte waren das letzte nach dem ihm in einer solchen kalt-feuchten Novembernacht der Sinn stand. In seinem Büro war es wenigsten ruhig und warm, und die Langweile der Nachtschicht ließ sich mit etwas Kümmerling und Internet ganz gut ertragen. In dieser Hinsicht ging neues und altbewährtes ausnahmsweise gut Hand in Hand. Ja die Welt hatte sich nicht nur zum schlechte gewandelt in den letzten 30 Jahren, und schon gar nicht in seinem kleinen Heiligtum im 2 Stock, rechter Flur, letzte Tür.
12 Jahre hatte es gedauert bis er endlich sein eigenes Büro bekam, sein eigenes kleines Reich das ihm in letzter Zeit zum wichtigsten Rückzugsort in seinem Leben geworden war. Abgeschottet von den jüngeren Kollegen, von all dem Dreck den er jeden tag im Außendienst sehen musste und dem was für andere das ‚traute Heim, Glück allein‘ war, für ihn schon eher die Fortsetzung von all dem was ihn bereits auf der Straße so ankotzte. Eine verdreckte Wohnung, irgendwo in dieser verdreckten Stadt, geteilt mit einer heruntergekommen Frau und zwei missratenen Kindern, zum kotzen. Selbst sein letztes Refugium, seine kleine Trutzburg im Keller, hatten sie ihm verleiden können. Seit er dort eines Abends plötzlich im Augenwinkel eine huschende Bewegung an der Wand wahrnahm, sich erschrocken umwand und einem gut 2cm großem Käfer an der Wand gegenüber fand den er ohne jegliches Fachwissen als Kakerlake oder Schabe oder zumindest dergleichen identifizierte. Der ovale Körper, die zackigen Beine, die zwei Fühler... was sollte es sonst sein?
Zwar dauerte es keine drei Sekunden und der Eindringling war erlegt, aber ‚siehst du erst eine, dann gibt es schon mindestens Hundert die du nicht siehst‘ – er konnte sich nicht erinnern wo er diese beschissene Binsenweisheit wohl einmal aufgeschnappt hatte, aber sie ging ihm seit diesem Tag nicht mehr aus dem Kopf sobald er seinen kleinen Hobbykeller betrat, bis er es schließlich auch dort einfach nicht mehr ausgehalten hatte. Nun blieb ihm nur nach das Büro, der letzte Platz für sich allein, selbst seine zwei alten Pornokassetten die er sich vor bestimmt schon 10 Jahren in einer der Nachbarstädte in einer Videothek besorgt hatte, hatte er bereits hier hin ausgelagert – zusammen mit seinem Keller einer der letzten Gründe warum es ihn überhaupt noch nach Hause gezogen hatte. Wobei, was hieß nach Hause? In diese abgewrackte Wohnung mit dem familiären Anhang. Zu Hause war etwas ganz anderes, zu Hause war schon längst nur noch hier.




Immerhin endlich mal wieder ein Blogeintrag. Würde es doch nur öfter brennen... crazy
Eintrag vom 02.11.2009 12:36 Uhr - 0 Kommentare Blog melden Blog bearbeiten
 
Das sind ja Drei Dinge in Einem!!!
Kategorie: Fun, Leben

Als ich heute den zwecks notorischen Platzmangels mal wieder einen meiner Schränke ausgemistet habe ist mir relativ weit hinten, hinter einem Stapel alter Magazine, folgende kleine Kiste in die Hände gefallen.



Ja da werden Erinnerungen wach. Was gab‘s spannenderes als die Ü-Eier Jagd?
Schon das äußerst wichtige Probeschütteln beim Einkauf konnte über Gedeih oder Verderb der ganzen Aktion entscheiden. Manch einer ging in seiner Verzweiflung sogar so weit rücksichtlos die Schokolade zu zerdrücken um ja alle irreführenden Nebengeräusche ausschließen zu können.
Und trotzdem, egal wie gut man geschüttelt und wie sorgfältig man abgewogen hatte, der Moment der Wahrheit, das öffnen des Eis, war immer wieder aufs neue ein spannender Höhepunkt.
Immerhin standen die Chancen eins zu sechs das man am Ende trotzt allem doch mit was doofem zum basteln dastand, statt mit einer der begehrten Figuren.

Ja das waren noch einfachere Zeiten damals, in der Berufsschule.
Heute sind die Eier nur noch eklig süß und die Figuren eher peinlich. Man will ja schließlich nicht für einen dieser offensichtlich gestörten Erwachsenen sein der ernsthaft Ü-Eier Figuren sammelt und seinen Keller ausbauen muss weil das gesamte übrige Haus schon mit Setzkästen vollgepflastert ist.

Also werden die einstigen Schätze lieber irgendwo ganz hinten im Schrank versteckt, wo sie dann irgendwann unverhofft wieder auftauchen und Stoff für einen Blog liefern, weil einem sonst schon lange nichts mehr eingefallen ist über das man schreiben könnte...

Aber egal, hier noch ein paar Fotos von eher mäßiger Qualität (sorry, hatte nur das Handy zu Hand), auf denen der ein oder andere vielleicht die ein oder andere vertraute Gestalt entdeckt die auch sein Kinderzimmer früher mal geschmückt hat. Augenzwinkern




Die Crocos waren eigentlich immer meine Lieblinge, besonders die Schulkollektion die es mal gab, mit dem Turn- und Chemielehrer und dem Breakdance- und Computerkid. =)




Hmm, die Dinos haben mich eher wenig interessiert. Ich glaub das war eher der Bereich meiner Schwester.




Ach die Happy Hippos, die waren auch cool.
Man beachte besonders den auf der Lige vorn in den zwei Varianten, einmal die Lige in Grün-Braun und einmal nur Grün. Eine von beiden ist bestimmt irre selten und besonders wertvoll!!! ^__^




Die Pinguine waren auch einer von den typischen Mitte 90er Serien die es immer wiedermal gab. Hier vor allem in einer Art Urlaubskollektion wenn ich mich recht erinnere.




Die Elefanten hingegen sind eine eher neue Spezies im Ü-Eier Reich, jedenfalls kamen sie erst zu einer Zeit auf wo ich schon eher selten noch Ü-Eier gekauft habe. Die rechten beiden sind aus der Zirkus-Reihe, die anderen aus Sommerurlaub.




Hmm, was sind das eigentlich für komische Gestalten???
Auf jeden Fall gabs es davon glaub ich nicht gerade viele. Die hier sind jedenfalls alle aus einer Kollektion die sich damals rund um Sport drehte.
Keine Ahnung ob die danach überhaupt noch einmal wiederkamen?




Der Klassiker unter den Ü-Eier Figuren, die Gartenzwerge.
Die kamen wirklich immer wieder dran und immer in neuen Kollektionen.
Keine Ahnung wieviele verschiedene das hier sind, aber drüften einige sein.
Der Älteste ist auf jeden Fall der realtiv in der Mitte mit dem Kaktus in der Hand. Das war eine der allerersten Ü-Eier Figuren die ich überhaupt hatte.




Und die hier ist auch aus meiner Anfangszeit, meine einzige von den Schildkröten.


So und das wars dann auch schon.
Sind doch gar nicht soviele wie es auf den ersten Blick aussah.
Gemessen an den vielen Ü-Eiern die wir früher so verspeist haben ist wohl entweder schon viel verloren gegangen oder aber ich war immer ein ziemlich großer Pechvogel wenn es um das Aussuchen der Eier ging. ^^'

Aber nun Ring frei für euch!
Wer hat Erinnerungen an geliebte Ü-Eier Erlebnisse? Wer hat noch heute offen oder irgendwo verborgen die alten Schätze aufgehoben und kann uns mit ein paar Fotos daran teilhaben lassen?
Traut euch! =)


Eintrag vom 01.06.2009 12:22 Uhr - 3 Kommentare Blog melden Blog bearbeiten
 
Es war einmal...
Kategorie: Leben


Man ist das jetzt schon lange her. Fast 8 Jahre das wir am BSZ angefangen hatten, man mag es kaum glauben. Was haben wir nicht alles dort erlebt, Frankreich, Quake2-LAN, Herr Werner liest unseren NetSend-Chat am Server, Frau F. grunzt, alle schlafen mit dem Kopf auf der Bank, 9/11, Frau E. ergreift die Flucht, das Internet-Freischalt-Tool, X-Storm Virus, alle rennen in den Pausen zu Garathor und Brenton Stark verrät das NordReich, und noch vieles mehr. Sweet old memories... großes Grinsen
Eintrag vom 15.04.2009 14:14 Uhr - 5 Kommentare Blog melden Blog bearbeiten
 
Schlaflos in Marienthal
Kategorie: Fiktion, Gedanken
Den folgenden Text hab ich vor 2 Tagen ca. um 2 Uhr Nachts geschrieben nach dem ich absolut nicht einschlafen konnte. muede
Sowas kommt dabei heraus wenn man schon nur noch halb Herr seiner Sinne ist. brainless

Die Dunkelheit strömte langsam in das Zimmer und setzte sich in dessen Mitte fest.
Hineinzukommen war kein Problem für sie, ein großes Fenster mit zwar dicken, aber weit offen stehenden Vorhängen, bildete den optimalen Einfallpunkt für ihre immer weiter nachsickernden Wogen, die aus einer sternlos über der Außenwelt hängenden Nacht immer neuen Nachschub erhielten.
Doch in diesem Zimmer war die Situation nicht ganz so klar wie außerhalb – konnte die Dunkelheit zwar schon die gesamte Mitte des Raumes unangefochten für sich beanspruchen, so kämpften an den beiden Enden, es war nämlich ein (wegen seiner Form so genanntes) Schlauchzimmer, zwei matt strahlende Bildschirme gegen die einfallende Lichtlosigkeit und wollten das Zimmer noch nicht völlig an den immer wiederkehrenden Feind verloren geben.
Der eine, ein eher klein geratener TV Apparat aus recht billiger Produktion, war dabei trotz geringerem Wert sichtlich erfolgreicher als sein Verwandter (ja sie waren, auch wenn sie auf den ersten flüchtigen Blick doch sehr verschieden aussahen, tatsächlich verwand, was man bei genauerer Betrachtung aber auch aus so mancher Ähnlichkeit schnell schließen konnte), ein relativ neuer und hochwertiger Computerbildschirm, der aber einfach nicht die selben Luxzahlen erreichen konnte wie sein entfernter Verwandter.
Dennoch kämpften sie beide immer wieder aufs neue einen langen und aussichtslosen Kampf gegen die regelmäßig einfallende Dunkelheit, der sie am Ende aber doch erliegen mussten, was sie aber nie dazu veranlasste die Hoffnung aufzugeben, hatten sie doch zumindest die Gewissheit das sie die Zeit bis zu ihrer Niederlage immer öfter immer weiter hinauszögern konnten, um irgendwann, wer weiß, vielleicht doch einmal komplett zu siegen.
Wie dieser immer wiederkehrende Kampf dabei einmal begonnen hatte wusste inzwischen eigentlich niemand mehr so recht zu sagen.
Auch warum man nicht einfach die Vorhänge schloss, die mit ihrem dicken Stoff sicherlich in der Lage waren jedes Eindringen von Dunkelheit durch das Fenster sicher zu unterbinden oder nicht die Hilfe der Deckenleuchte in Anspruch nahm, deren helles Licht allein ausreichte den gesamten Raum gegen jede Dunkelheit abzuschirmen, konnte keiner sagen – wahrscheinlich auch deshalb weil sich keiner darüber wunderte und so auch niemand darüber nachdachte. Und selbst wenn es jemand gewollt hätte, noch bevor er eine Antwort auf diese Frage fände, erlösche plötzlich erst der eine, dann der andere der beiden entfernten Verwandten und die Dunkelheit überfiele, nun ohne weitere Gegenwehr, ein weiteres mal auch die letzten Gebiete des Zimmers und hüllte alles, selbst die Gedanken, in Schweigen.



Eintrag vom 05.02.2009 21:31 Uhr - 0 Kommentare Blog melden Blog bearbeiten
 
Fast Food, mon amour
Kategorie: Gedanken, Leben

Heute möchte ich mich mal einem Thema widmen das auf den ersten Blick vielleicht wenig interessant erscheint, in Wirklichkeit aber viel für dieses Forum und auch meine eigene Webseite bewegt hat.

Ich und Chatfix, bzw. Chatfix und ich (denn man nennt sich ja nicht selbst zu erst, i-aah), haben da so ein Ritual das wir alle paar Monate einmal mehr oder weniger regelmäßig abhalten und bei dem viele der Ideen zu so mancher Neuerung und so manchem Special geboren und geplant und teilweise auch erarbeitet wurden, wir treffen uns zu einem gemeinsamen Abendlunch beim großen gelben McD.

Eigentlich ist das ganze ja ziemlich unspektakulär.
Einfach zwei Typen die sich in einer standardisierten Fast Food Fütterungsfabrik furchtbar ungesundes Essen einverleiben, dem wir nicht nur die immer weiter voranschreitende Verfettung Deutschlands, sondern wohl auch so manche Wohlstandskrankheit verdanken.
Trotzdem freue ich mich jedes Mal wieder wenn wir uns mal dazu aufraffen können so einen gemeinsamen Abend in Angriff zu nehmen, denn irgendwie sind sie die Essenz dessen was sich nun schon seit Jahren aus einer mal mehr, mal weniger blühenden I-Net-Zusammenarbeit destilliert hat, ein Beweis dafür das die Chemie einfach stimmt und ein Zusammentreffen das die kreativen Säfte regelmäßig überkochen bzw. unkonkrete Ideen zu fassbaren Plänen werden lässt. Und vor allem sind sie in all dem auch ein fester Ankerpunkt unserer Freundschaft.

Ich genieße es einfach bei pappigem Finger Food planlos springende Diskussionen über IT-Neuigkeiten und –Trends, die guten alten Zeiten und Wunschträumen von möglichen Großprojekten und der Eroberung der Welt zu führen. Eine friedliche Eroberung freilich, in der wir alle Menschen in einer großen Community unter unserer gütigen und weisen Administration vereinen.

Aber es wird nicht nur geschwafelt und philosophiert, es wird durchaus auch mal handfest gearbeitet. So geschehen beim 2007er Halloweenspecial, an dem u. a. im McD gecodet wurde.
Meist bleibt es aber eher beim theoretischen Teil und die Arbeit wird im Anschluss per ICQ und MSN koordiniert.
Nichts desto trotz ist der kreative Input und vor allem die Gasoline die diese gemeinsamen Stunden immer wieder in den Motor unseres dynamischen Duos kippen kaum zu überschätzen. So manche wichtige Entwicklung, sowohl bei KaF als auch bei AR, hätte es ohne unsere regelmäßigen Mußestunden wohl nie gegeben.

So möchte ich zum Ende dieses, eh schon viel zu schmalzigen und „Honig um den Bart streichenden“, Blogs auch die Gelegenheit nutzen sowohl Chatfix noch einmal für all die Jahre der fruchtbaren Zusammenarbeit zu danken, als auch einem schon lang schwelenden Konflikt aufzulösen, denn jedes mal wenn wir uns zu einer unserer McD Sessions treffen kommen wir früher oder später auf das Thema das einer von uns doch endlich mal einen Blog über eben jene Treffen schreiben sollte und jedes Mal versuchen wir uns gegenseitig diesen schwarzen Peter zuzuschieben und damit wäre jetzt ein für alle Mal Schluss, denn hier ist er nun also, der „Thomas und Marcels regelmäßige McDonalds Besuche und ihre Bedeutung für die Entwicklung ihrer gemeinsamen Internet-Projekte“-Blog.

Und an alle die bis hierhin durchgehalten haben – meinen Glückwunsch. Ich hätte das wohl nicht geschafft.


Eintrag vom 11.11.2008 22:34 Uhr - 1 Kommentar Blog melden Blog bearbeiten
 
Fragezeichen Linkablage für Webseiten
Kategorie: Internet
In Anlehnung an meinen letzten Blog kommt hier eine Quasi-Fortsetzung.

Diesmal soll es aber nicht um blutige Details gehen, sondern um eine Idee die mir so in den Kopf kam, als ich mich gestern Nacht wach in meinem Bett umherwälzte um eine Liegeposition zu finden die nicht schmerzhaft ist. *schon wieder gejammer*

Aber zuerst die Problemstellung.

Vielleicht kennt das der ein oder andere von euch auch, dass man gerade auf Seiten wie z. B. der Wikipedia oder auch diversen großen Nachrichtenportalen surft und die Artikel die man liest sind voller interne Links und Querverweise auf wieder andere Artikel, die einen bestimmten Aspekt des gerade gelesenen Artikels näher beleuchten oder Informationen zu einem älteren aber damit zusammenhängenden Ereignis bieten.
In diesen sind dann allerdings auch wieder Querverweise und in diesen auch wieder und so weiter und so weiter und da man ja eigentlich schon neugierig ist und grad auch viel Zeit hat, hat man auf einmal 20, 30 Tabs oder sogar einzelne Browserfenster offen und irgendwie überhaupt keine Übersicht mehr.

Wenn es sich dabei aber nun, wie es gerade bei der Wikipedia meist der Fall ist, eigentlich immer um interne Links zu Artikeln im selben Webangebot handelt, warum überhaupt ein neues Fenster öffnen?
Warum macht man nicht einfach so etwas wie einen „Warenkorb“ für interne Links?

Man kennt das Warenkorbprinzip ja inzwischen mehr als gut von tausenden Shoppingseiten, man surft gemütlich im Shop, sucht sich die Produkte aus und legt sie in seinen Warenkorb, der sich das netter Weise alles merkt, und muss nicht für jedes Produkt eine extra Seite offen halten um es am Ende dann zu kaufen.
Mit internen Links sollte das doch eigentlich auch kein Problem sein.
Um nicht die Leute zu ärgern die trotzdem gleich eine neue Seite wollen, könnte man den eigentlichen Link ja im herkömmlichen Stil belassen und ein kleines Icon davor setzen, bzw. einfach das Icon verwenden das heute ja vor derartigen Links eh schon zum guten Ton im Web gehört benutzen und wenn der User dann dort drauf klickt, dann öffnet sich kein neues Fenster, sondern ein extra Menü auf der aktuellen Seite (eventuell CSS-Overlay) in dem der Link wie in einem Warenkorb abgelegt wird und in Folge auch jeder weitere angeklickte, interne Link.
Dieses Menü könnte man dann freilich auch auf und zu klappen, damit es nicht irgendwann zu groß wird und am Ende noch Text auf der Seite verdeckt.
Und freilich könnte man darin nicht nur die URL ablegen, so das der User am Ende trotzdem nicht mehr weis was was ist, sondern in dem Moment wo er den Link anklickt und ihn in diese „Ablage“ legt, könnte eigentlich auch schon ein erstes mal die Meta-Daten angefragt und Titel der Seite und die Beschreibung mit in die „Ablage eingefügt werden“. (ganz so wie es Suchmaschinen machen)
Eventuell könnte man sogar in einer Art „Baum“ oder so mit anzeigen in welcher Beziehung die abgelegten Links zueinander stehen oder in welcher Reinfolge von welcher zu welcher Quelle sie abgerufen wurden.

Ich fände das jedenfalls eine tolle Funktion und bin fast etwas verwundert das ich so etwas selbst auf großen und umfangreich mit interner Verlinkung ausgestatteten Wiki Seiten noch nie gesehen habe.
Eintrag vom 25.07.2008 08:07 Uhr - 0 Kommentare Blog melden Blog bearbeiten
 
traurig Zum zweiten...
Kategorie: Leben
Wie groß ist wohl die Wahrscheinlichkeit das man sich zweimal, unter fast identischen Bedingungen, den selben Zeh zerdeppert?

Für mich auf jeden Fall nicht niedrig genug... dogeyes



Aber wenigstens ist er diese mal wohl nicht gebrochen, sondern nur der Zehnagel heraus gerissen und der Zeh tüchtig gestaucht und geschwollen. lalala

Der Schmerz war in den ersten paar Minuten trotzdem wieder atemberaubend. flenn
Eintrag vom 24.07.2008 17:11 Uhr - 2 Kommentare Blog melden Blog bearbeiten
 
Ich, mein Walkman, 69 Minuten Udo Jürgens und Reinhard Mey und mein Viertel
Kategorie: Fiktion, Leben, Musik

Manchmal, wenn mir langweilig ist, dann gehe ich spazieren.
Einfach so spazieren. Ohne bestimmten Plan oder Ziel, einfach ein bisschen durch die Gegend laufen.
Früher hab ich spazieren gehen immer gehasst. Da musste ich immer, mit den Eltern. Und es war langweilig und anstrengend und überhaupt ätzend denn im TV kamen doch derweil lauter tolle Sachen oder man hatte noch eine wichtige Geschichte mit dem Lego zu spielen oder mit He-Man und den Turtles die Pony Schule der Schwester zu stürmen und die unnatürlich pastellfarbenen Pferde zu schlachten.
Später musste ich dann nicht mehr auf diese elterlichen Ausflüge mit und wollte es auch immer noch auf keinen Fall. Sich draußen sehen lassen? Mit den Alten? Auf gar keinen Fall! Wo gibt’s denn so was?
Nun ja, einen schönen Spaziergang mit meinen Eltern kann ich mir auch heute noch nicht vorstellen, aber allein und nur für mich hab ich die Freuden so einer kleinen Wanderung durch heimische Gefilde inzwischen entdeckt. Am liebsten natürlich mit meinem Walkman dazu.
Mit Musik in den Ohren spazieren zu gehen ist sowieso etwas ganz anderes.
Es ist schon seltsam wie man dabei hin und her schaltet, zwischen Wirklichkeit und der Welt der Musik die man gerade hört. Manchmal bin ich ewig gelaufen und kann mich danach nicht daran erinnern was ich gerade angehört habe. Ich habe die Musik zwar gehört, aber wahrgenommen nicht. Und manchmal, und das ist fast schon erschreckend, ist es sogar genau anders herum. Ich weiß genau was ich gerade gehört habe, aber was auf dem Weg hierhin passiert ist, davon weiß ich nichts. Klar, ich habe gesehen wo ich lang gelaufen bin und was dabei um mich herum vorging, aber wahrgenommen habe ich es nicht.
Meistens schwankt es aber zwischen beidem. Mal ist die Konzentration mehr bei der Musik, mal mehr bei der Umgebung. Genau von so einem Spaziergang will ich euch jetzt erzählen. Nur ich, mein Walkman, 69 Minuten Udo Jürgens und Reinhard Mey und mein Viertel.

Wir starten natürlich von zu Hause aus, wie sollte es auch anders sein, und der Weg führt uns die schmale Straße hinauf, über die Brücke über den Bach, die unsere kleine Häusersiedlung mit der Hauptstraße verbindet. Inzwischen ist es ein angenehmer Weg, doch wenn ich mich zurückerinnere wie wir hier eingezogen sind, damals war die Brücke noch nicht saniert und die Straße nur eine löchrige Kiespiste und noch nicht asphaltiert. Damals hat sich hier so mancher seine Stoßdämpfer versaut und auch mein Vater war nicht begeistert, hatte er sich doch gerade seinen geliebten Alfa gekauft, eine Auto das er schon immer haben wollte.
Ich streife die Gedanken ab und konzentriere mich auf die Musik.

Und immer vor der Haustür mußt er sagen:
"Eines Tages wirst du sehn,
Da werden wir beide hier vorfahr'n
in einem schneeweißen 51er Kapitän!

Und die Sitze sind aus rotem Leder
und der Himmel ist wie ein Dom,
Und der Lack glänzt in der Sonne,
und überall funkelt Chrom.
Die Motorhaube nimmt kein Ende
und die Kühlerfigur blitzt,
Und du glaubst, du würdest schweben,
wenn du hinterm Lenkrad sitzt!"
Ich hatte eine schwarze Trainingshose
und mein Vater besaß ein Paar Schuh',
Aber wenn er so erzählte,
dann fehlte nicht mehr viel dazu,
Und wenn ich meine Augen schloß,
dann konnte ich uns wirklich sehn:
Meinen Vater und mich vor der Haustür
in einem schneeweißen 51er Kapitän!


Inzwischen sind wir bei der Bäckerei auf der Hauptstraße angekommen. Eigentlich ist es gar keine richtige Bäckerei mehr, denn eine Backstube gibt es nicht. Es ist ein Laden einer großen Kette mit kleinem Cafe dazu und die ganzen Brote, Semmeln und Kuchen werden früh morgens mit einem großen LKW von irgendwo angeliefert und dann nur nach Bedarf warm gemacht. Aber dank des Cafes hat es den Vorteil dass es auch sonntags geöffnet ist und man so wirklich die gesamte Woche frische Brötchen bekommt. Ein Luxus den es mit dem alten Bäcker früher nicht gab, denn der wollte wenigstens Sonntag einmal ausschlafen.
Durch die Glasfront kann ich im hinteren Eck des Cafes eine Gruppe alter Damen sitzen sehen. Sie sind mir schon recht gut bekannt, denn wen ich mir hier hin und wieder ein Stück Kuchen hole weil ich eh grad auf der Post, die gleich neben an liegt, ein Paket abholen musste oder mir auch manchmal auf dem Weg in die Stadt oder sonst wohin aus Appetit ein Rosinenbrötchen mitnehmen, dann kann ich sie manches mal dort sitzen sehen, Kaffee schlürfend, ein Stück Torte essend und tratschend. Vielleicht kenn sie sich noch von früher, als sie oder ihre Männer zusammen gearbeitet haben. Vielleicht sind sie, wie meine Großeltern auch, alle gleich zusammen hier her gezogen als das Viertel zu DDR Zeiten entstand und vielleicht haben sie genau wie meine Großeltern hier, bevor sie her ziehen konnten, ihren „freiwilligen Dienst“ bei der Errichtung der vielen Wohnblocks geleistet.
Vielleicht haben sie heute keine Angehörigen mehr, ihre Männer sind vielleicht schon verstorben und ihre Kinder mit den Enkeln weit weg gezogen, so das sie sie nur noch ein mal pro Jahr sehen. Vielleicht ist dieses kleine Kaffeekränzchen ihr verbliebenes Sozialleben.
Alles wilde Spekulationen die mir bei ihrem Anblick so durch den Kopf schießen, was weiß ich schon über sie?
Ihre kleine Runde gefällt mir jedenfalls.
Anders als der immer allein sitzende ältere Herr den man hier auch öfters antrifft und der meist eine Flasche Bier zu seinem Kuchen trinkt und immer irgendwie nach Urin stinkt.
Obdachlos ist er sicher nicht, dazu sieht er dann doch noch zu gut aus, aber auch er scheint es Zuhause oft nicht auszuhalten, so dass er immer wieder hier in dieses Cafe flieht.
Ob er einfach ein schmutziger Typ ist oder ob es ihm nur an dringend benötigter Pflege fehlt?
Irgendwie hoffe ich immer es ist ersteres, denn wenn ich an die andere Variante denke bekomm ich einen Kloß im Hals.
Aber genug der trüben Gedanken, ich versuche mich wieder auf die Musik zu konzentrieren.

Sie treffen sich täglich um viertel nach drei
Ohoho, oh yeah
Am Stammtisch im Eck in der Konditorei
Ohoho, oh yeah
Und blasen zum Sturm auf das Kuchenbuffet
Auf Schwarzwälder Kirsch und auf Sahne-Baisser
Auf Früchteeis: Ananas, Kirsch und Banane
Aber bitte mit Sahne

Sie schmatzen und quatschen, dann holen sie sich
Ohoho, oh yeah
Noch Buttercremetorte und Bienenstich
Ohoho, oh yeah
Sie pusten und prusten, fast geht nichts mehr rein
Nur ein Mohrenkopf höchstens, denn Ordnung muss sein
Bei Mathilde, Ottilie, Marie und Liliane
Aber bitte mit Sahne


Oh, inzwischen sind wir schon beim alten Fix angekommen.
Den Namen hat die Kaufhalle noch aus DDR Zeiten und woher er kommt weiß ich auch nicht genau. Nach der Wende war es dann jedenfalls schon so gut wie alles, von Netto über Plus bis Real und was weiß ich noch. Inzwischen ist ein vietnamesischer Obsthändler hier eingezogen und auf der alten Laderampe hat sich ein Lumpen- und Papiersammler breit gemacht.
Nur ca. 100 Meter weiter ist dann der alte Spielplatz wo wir früher oft mal gespielt haben und zu dem eine Treppe führte die links und rechts von zwei steinernern Bären flankiert wurde. Man kann sich vorstellen das diese beiden Statuen für viele Kinder, auch für uns, bald interessanter waren als der Spielplatz selbst und das wir, trotz vielfacher Ermahnung, es nie lassen konnten auf den beiden herumzuklettern und auf ihnen zu reiten.
Heute sind die Statuen verfallen und der alte Spielplatz durch einen neuen ersetzt, auf dem man aber kaum noch Kinder sieht.
Nicht etwa weil es hier keine mehr gäbe, nein, aber weil die sich heute wohl lieber mit anderen Sachen beschäftigen.
Meine eindringlichste Erinnerung an diesen Spielplatz ist allerdings die, als ich mich hier einmal nach der Schule bis in die späten Abendstunden versteckt habe, weil ich nicht nachhause gehen wollte. Es war Zeugnistag, wie ihr euch vielleicht schon denken konntet, und es war das erste Mal das ich sitzen geblieben war.
Meinen Eltern hat ich davon natürlich nichts erzählt und stattdessen, wie man das als Kind so macht, bis zum letzten Moment lieber die glückliche Lüge vorgespielt, missliebige Klassenarbeiten unterschlagen, Unterschriften gefälscht und Briefe der Schule aus dem Briefkasten geangelt, eben alles getan um das unvermeidbare noch ein paar Tage länger hinauszuzögern.
Wie es aber nun mal so ist, umso länger man so etwas aufschiebt, umso härter trifft es einen dann am Ende und so musste auch ich schließlich irgendwann so gegen um Zehn aufgeben und mich doch noch den Eltern stellen, die ja schon längst alles von meiner Schwester erfahren hatten und dementsprechend schon gut geladen waren.
Aber ich gehe lieber weiter und lausche wieder der Musik.

Ich denke, ich muß so zwölf Jahre alt gewesen sein,
und wieder einmal war es Zeugnistag
.Nur diesmal, dacht' ich, bricht das Schulhaus samt Dachgestühl ein,
als meines weiß und häßlich vor mir lag.

Dabei war'n meine Hoffnungen keineswegs hoch geschraubt,
ich war ein fauler Hund und obendrein
höchst eigenwillig, doch trotzdem hätte ich nie geglaubt,
so ein totaler Versager zu sein, ein totaler Versager zu sein.


Hach wie passend, da ist auch meine alte Grundschule. Sie sieht noch haargenau so aus wie früher.
Wobei, ganz zu Beginn war sie ja noch gar keine Grundschule. Meine ersten zwei Schuljahre hieß die noch Polytechnische Oberschule und beheimatete alle Klassen von 1 bis 10.
Ich weiß noch wie wir immer mit den „Großen“ Sport hatten. Genauer gesagt mussten wir uns nur die Umkleide mit ihnen teilen, Sport hatten wir getrennt. Aber ich weiß noch wie es damals scheinbar mächtig angesagt war statt eines Schulranzens, wie wir Kleinen, einen Aktenkoffer zu haben. Jeder von den großen Jungs, der was auf sich hielt, hatte jedenfalls einen. Aber das war noch nicht das Größte. Nein, wenn sie fertig umgezogen waren machten sie sie auf und holten ihre Gameboys raus! DAS war nun wirklich das Größte!
Wie wir damals um sie herumstanden immer hin und her gerissen zwischen Angst eine drauf zu kriegen und dem sehnlichen Wunsch auch einen Blick auf den kleinen Bildschirm und einen Eindruck vom Erlebnis Spiel zu erhaschen. Wenn einer von ihnen uns dann nicht nur zusehen, sondern sogar mal kurz spielen ließ, dass war ein Highlight von dem man dem Rest der Klasse noch eine Woche später voller Stolz erzählt hat.
Nach der zweiten Klasse war es dann vorbei mit Polytechnischer Oberschule und aus dieser wurde eine Real- und wir kamen in eine andere, nun Grundschule. Noch später wurde dann im Zuge diverser Schulreformen auch die Realschule dicht gemacht und damit das große Gebäude nicht völlig verkommt ist inzwischen eine Förderschule dort eingezogen.
Auf den großen Wiesen davor und daneben, die uns früher als Hortgelände und Spielfläche dienten, tollen heute sämtliche Hunde und deren Herrchen aus der näheren Umgebung.
Manchmal setzte ich mich auf eine der Bänke am Rand und schaue ihnen eine Weile zu.
Komisch, eigentlich kann ich Hunde nicht wirklich ausstehen. Als Kind bin ich mal an genau dem Fixmarkt an dem wir vorhin schon vorbeikamen von einem gebissen wurden. Ich war vielleicht so 5 oder 6 Jahre alt, also wahrscheinlich sogar noch jünger als besagter Hund, der da so einsam und allein fest angebunden und winselnd vor dem Markt lag, und obwohl ich ihn nur trösten und etwas streicheln wollte, hat er mich ohne Rücksicht einfach so gebissen, die undankbare Töle. Was danach kam kann man sich ja denken. Schreck, Schmerz, Blut, großes Geschrei, heiße Tränen, Omas Rockzipfel, viele beruhigende Worte, Schokolade und trotzdem bockig sein und sofort wieder Heim wollen.
Rückwirkend betrachtet sogar lustig, aber trotzdem ein prägendes Erlebnis dem ein tiefes Misstrauen gegen den so genannten „besten Freund des Menschen“ folgte.
Wenn ich aber hier so sitze und den Hunden hier beim spielen zusehe, dann, und nur dann, mag ich sie aber auf einmal doch wieder, genauso wie Katzen. Wie sie selbst im hohen Alter noch so unbeschwert herumtollen, scheinbar ohne jegliche Sorgen und Zukunftsängste, immer satt und zufrieden, nur sich selbst verpflichtet...
Aber ich sollte mal weiter gehen. Der Walkman läuft auch immer noch.

Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund,
Ich läg‘ faul auf meinem Kissen und säh‘ mir mitleidig zu,
Wie mich wilde Hektik packt zur Morgenstund‘,
Und verdrossen von dem Schauspiel, legt‘ ich mich zurück zur Ruh‘.
Denn ich hätte zwei Int‘ressen:
Erstens Schlafen, zweitens Fressen.
Und was sonst schöngeistige Dinge angeht,
Wäre ausschließlich Verdauung
Der Kern meiner Weltanschauung,
Und der Knochen, um den diese Welt sich dreht,
Wär‘ allein meiner Meditationen Grund:
Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund.


Aaah, unser alter Wohnblock wo wir mal gewohnt haben, bevor wir ins Haus zogen.
Ganz oben rechts direkt unterm Dach, das war mein Fenster. Und auf dem Fensterbrett stand eine alte Geldkassette aus Stahl die ich mal irgendwo gefunden hatte und die Tag und Nacht, bei Regen und bei Sonnenschein immer draußen auf dem Fensterbrett stand weil es meine Feuerkassette war in der ich unliebsame Dokumente, die meist irgendetwas mit der Schule zu tun hatten, verbrannte. Dadurch stank sie inzwischen derartig das ich sein einfach nicht wieder rein holen konnte, sie musste draußen stehen bleiben. Die Asche hab ich immer mit einem Lineal ganz klein gestoßen und dann, sobald sie abgekühlt war, die Kassette einfach nach unten ausgeschüttet. Vielleicht ist deswegen der Strauch unten auf der Rabatte so prächtig gewachsen?
Gar nicht prächtig sah es hingegen immer unten im ersten Stock im Treppenhaus aus. Da wohnte eine recht junge Familie mit einem geistig behinderten Kind, das leider manchmal die Angewohnheit hatte sich einfach seiner Hose zu entledigen, die ihm wohl sehr störend erschien, und dann unten ohne weiterzulaufen. So weit noch nicht so schlimm, wenn nicht nur das Ablegen der Hose für ihn auch gleichbedeutend damit war die normale menschliche Zurückhaltung, die man ja so hat damit die Beinkleider nicht peinlich dreckig werden, gleich mit abzulegen. Das sorgte manchmal für ein pikantes Aroma im Treppenhaus.
Irgendwann war dann aber plötzlich der Mann verschwunden und kurze Zeit ist auch die Frau mit ihrem Jungen ausgezogen. Wie man sich erzählte wohl zu ihren Eltern, was allerdings mit dem Mann war konnte leider keiner der sonst in dieser Hinsicht eigentlich sehr begabten Nachbarn herausfinden.
Früher hat mich das auch nicht so interessiert, aber heute frage ich mich komischer Weise manchmal was aus diesen Leuten wohl geworden ist.
Na ja, gehen wir weiter, der Walkman skippt auch grad zum nächsten Titel.

Und nach dem Abendessen sagte er
Lass mich noch eben Zigaretten holen gehn
Sie rief ihm nach nimm dir die Schlüssel mit
Ich werd inzwischen nach der Kleinen sehn
Er zog die Tür zu und ging stumm hinaus ins neonhelle Treppenhaus
Es roch nach Bohnerwachs und Spießigkeit
Und auf der Treppe dachte er
Wie wenn das jetzt ein Aufbruch wär
Ich müßte einfach gehen für alle Zeit
Für alle Zeit
Ich war noch niemals in New York
Ich war noch niemals auf Hawaii
Ging nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans
Ich war noch niemals in New York
Ich war noch niemals richtig frei
Einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehn


Langsam wird der Baustellenlärm unerträglich laut und reißt mich ein weiteres Mal fort von der Musik und zurück ins hier und jetzt. Inzwischen bin ich an der großen Kreuzung direkt vor der Kaserne angelangt. Hier wird nun schon seit Wochen gebaut und nach Planung soll es auch mindestens noch ein paar Monate so weitergehen und aus einem echten Verkehrsproblem hat sich inzwischen eine ausgewachsene Verkehrskatastrophe entwickelt.
Kaserne heißt der große Komplex übrigens weil hier zu DDR Zeiten tatsächlich mal so etwas wie eine Kaserne gewesen sein muss. Ich kann mich zum Beispiel nach daran erinnern wie wir hier zum ersten Mai mit dem Kindergarten waren und wir alle mal in einen Panzer steigen durften und anschließend gab es Suppe aus der Gulaschkanone. Das war vielleicht ein schöner Ausflug.
Heute ist freilich nix mehr vom militärischen übrig geblieben und statt Soldaten beherbergen die alten Gebäude nun etwas viel schlimmeres – Beamte. Hier versammelt sich nämlich nicht nur die gesamte Stadtverwaltung für unseren Bezirk, sondern auch noch die ARGE.
Auch in näherer Vergangenheit hatte ich noch so manchen Ausflug hier her, aber mit Spaß und Freude hatten selbige nur noch wenig zu tun. Ja ja, damals war halt alles besser.
Aber jetzt nichts wie weg hier. Immer wenn ich diese große gelbe Tür da sehe dann beginnen in meinem Kopf Hitchcocks Psycho-Geigen zu ertönen und ich bekomme ein Gefühl im Bauch wie sonst nur vor der Zahnarztpraxis.
Ich lenke meine Gedanken lieber wieder zurück zur Musik.

Mein Verhältnis zu Behörden war nicht immer ungetrübt,
was allein nur daran lag, daß man nicht kann, was man nicht übt.
Heute geh' ich weltmännisch auf allen Ämtern ein und aus,
schließlich bin ich auf den Dienstwegen schon so gut wie zu Haus.
Seit dem Tag an dem die Aktenhauptverwertungsstelle Nord
mich per Einschreiben aufforderte: "Schicken sie uns sofort ..."

Einen Antrag auf Erteilung eines Antragformulars,
zur Betätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars
dessen Gültigkeitsvermerk von der Bezugsbehörde stammt
zum Behuf der Vorlage beim zuständ'gen Erteilungsamt.


Wir mir auffällt haben wir inzwischen den Scheitelpunkt unseres kleinen elliptischen Spazierwegs überschritten, haben von nördlich der Hauptstraße zu südlich der Hauptstraße gewechselt und befinden uns dabei wenn man so will nun schon wieder auf dem Heimweg.
Über unseren Köpfen können wir bei solch schönem Wetter eigentlich immer mindestens ein zwei Segelflugzeuge dabei bestaunen wie sie ganz ruhig und still ihre Bahnen am Himmel ziehen die sie, nachdem sie von fremder Kraft da hinauf katapultiert wurden, nun langsam aber sicher immer weiter zur Erde zurückführen.
Gestartet sind sie vom nahe gelegenen Flugplatz, der meint immer noch berechtigter Weise diesen Namen zu tragen, auch wenn er längst nicht mehr ist als eine große leere Wiese mit zwei Baucontainern.
Früher muss hier mal mehr los gewesen sein und wenn man den Erzählungen meiner Großeltern glauben schenken darf soll es vor dem Krieg sogar einen richtigen Linienverkehr hier gegeben haben. Jedenfalls sind richtige, größere Flugzeuge gestartet und der große Bruder meines Großvaters soll hier öfters mit seinen Freunden die Flugzeuge beobachtet haben, wofür er immer eins mit dem Schuhlöffel verpasst bekam wenn die Eltern dies erfuhren.
Tja, als Platz zum staunen und für sehnsüchtige Träumereien taugt dieser unser Flugplatz heute jedenfalls nicht mehr, also sehen wir zu das wir weiterkommen. Der Akku des Walkman zeigt auch nur noch einen Strich an. Verdammt ich hätte ihn vorher noch mal aufladen sollen. Drehen wir vorsichtshalber schon mal die Lautstärke um 2 Einheiten zurück.

Jetzt ist alles still, ich geh.
Regen durchdringt meine Jacke.
Irgendjemand kocht Kaffee
in der Luftaufsichtsbaracke.
In den Pfützen schwimmt Benzin,
schillernd wie ein Regenbogen,
Wolken spiegeln sich darin,
ich wär' gerne mitgeflogen.


So, jetzt sind es vielleicht noch 400 Meter dann sind wir auch schon wieder daheim. Ist vielleicht auch ganz gut so, die Akkus sind fast am Ende und auch die Wolken scheinen sich immer mehr zuzuziehen. Bei der schwülen Hitze die letzten Tage ist da selbst ein Gewitter nicht ausgeschlossen.
Als ich den Blick wieder vom Himmel herab auf die Straße senke fällt mir ein altes, vergilbtes und eingeknicktes Schild an einer der Fassaden auf. Neben ihm sind nur mehr kahle Fenster und Vorhänge oder Gardinen. Hindurch sehen kann man trotzdem nicht, denn der Staub hat sie mit der Zeit ganz blind werden lassen.
Auf dem Schild erkennt man mit Mühe noch eine Weinrebe und ein paar Überreste abgeblätterter Buchstaben. Hier war mal ein griechisches Restaurant, das allerdings nur ein halbes Jahr oder so überlebt hat. Ich würde mich heute vielleicht schon gar nicht mehr daran erinnern, wenn wir nicht ausgerechnet hier damals meine Jugendweihe gefeiert hätten.
Und auch an sieh kann ich mich nicht einmal mehr wirklich großartig erinnern. Nur einzelne Fetzen von dem furchtbar unbequem Anzug den ich tragen musste, dem vielen Geld das ich geschenkt bekam und davon das ich das erste mal offiziell Wein trinken durfte sind bis heute hängen geblieben. Und was das für ein Wein war, fürchterlich.
Der hat so widerlich geschmeckt und ich musste das ganze Glas irgendwie runterwürgen. Ich hab mir damals doch glatt geschworen nie wieder Wein zu trinken. Gottseidank hab ich später dann noch entdeckt, dass es auch lieblichen und nicht nur furztrockenen gibt und ich und der Wein konnten uns wieder etwas näher kommen.
Na ja, ich kam nicht noch einmal in der Verlegenheit hier Wein trinken zu müssen, denn wie gesagt war das Lokal ziemlich schnell wieder weg.
Gerüchteweise hat es den Leuten die oben drüber wohnten nicht gepasst das das unten Griechen waren und so haben sie solange Stunk beim Besitzer gemacht bis der die Miete solang erhöht hat bis sie wohl oder übel raus mussten. Aber wie gesagt, alles nur Gerüchte.

Es haben alle unterschrieben, schau Dir mal die lange Liste an
Die Frau von nebenan, die ihre Lügen nie für sich behalten kann
Und die vom Erdgeschoss, tagtäglich spioniert sie jeden aus
Auch dieser Kerl, der seine Tochter schlägt, spricht für dieses ehrenwerte Haus

Und dann die Dicke, die ihren Hund verwöhnt, jedoch ihr eignes Kind vergisst
Der Alte, der uns stets erklärt, was hier im Haus verboten ist
Und der vom ersten Stock, er schaut die ganze Zeit zum Fenster raus
Und er zeigt jeden an, der mal falsch parkt vor diesem ehrenwerten Haus

Der graue Don Juan, der starrt Dich jedes mal im Aufzug schamlos an
Die Witwe, die verhindert hat, dass hier ein Schwarzer einziehn kann
Auch die von oben, wenn der Gasmann kommt, zieht sie den Schlafrock aus
Sie alle schämen sich für uns, denn dies ist ja ein ehrenwertes Haus


Und da sind wir wieder, daheim in den eigenen vier Wänden.
Ich hab den Walkman noch auf als ich mein Zimmer betrete. Handy aus der Tasche. Schlüssel auf die Anbauwand. Da fällt mir das alte Foto auf das immer noch eingeklemmt zwischen einem CD-Stapel gerade so weit herauskuckt das man ihr Gesicht erkennen kann.
Ich hab es grad vorhin gefunden, als ich einen der Schränke ausgemistet habe und es erst einmal hier in den Stapel gesteckt, damit es nicht noch aus versehen seinen Weg in eine der Mülltüten findet, in die das meiste alte Zeug aus diesem Schrank wandert.
Eigentlich wollte ich es gleich nach dem runter bringen des Säcke in eines der Fotoalben kleben, aber irgendwie hat ich dann das Gefühl raus zu müssen und es keine Sekunde länger hier allein in dem Zimmer auszuhalten.
Meine meisten Spaziergänge beginnen genau so. Unvermittelt kommt die Erinnerung an irgendetwas Bedeutendes zurück. Sei es durch eine Stelle in einem Buch, in einem Film, einem Lied, manchmal auch einfach so wie aus dem nichts. Und mit der Erinnerung kommt der Drang etwas zu tun, auszubrechen aus diesem engen Zimmer und dahin zu gehen wo Erinnerungen sind.
Und dann geh ich raus und lauf ein bisschen rum und Besuch alle möglichen Stellen die irgendwann mal irgendwie eine besondere Bedeutung in meinem Leben gespielt haben und häng Erinnerungen nach.
Komische Angewohnheit, aber ich komm davon auch nicht wirklich los.
Bei ihrem Foto war es dieses mal wieder besonders schlimm und weil es mich besonders bedrückt hat hab ich es also aufgeschrieben. Als ob es wohl ernsthaft jemand anderes lesen wollte. Aber es hat irgendwie gut getan. Sowohl das spazieren gehen und Musik hören, als auch das aufschreiben.
Der Walkman läuft derweil immer noch, der Akku mobilisiert noch einmal seine letzten Kräfte.

Doch Gefühl folgt Gefühl, und ein Wort gibt ein Wort,
und die Rückbank im Käfer war unser Zufluchtsort.
Und da war kein Himmelbett wie im Love-Roman,
doch an dem, was man Glück nennt, war'n wir nie näher dran.
Es war nie mehr so ehrlich, nie mehr so total
unschuldig und wehrlos, wie daß erste Mal.
Nie wieder so arglos, nie mehr so naiv,
und nie - als sie ging - je ein Schnitt mehr so tief.
Und ich war wie von Sinnen, und ich war sterbenskrank,
und ich lernte verliern, und den aufrechten Gang.
Heute weiß ich, sie hat ihren Teil mit daran,
daß ich lieben und leiden und verzeihen kann.
Vielleicht hat man's begriffen, wenn man erkennt,
nicht jede große Liebe braucht auch ein Happy End.


Jetzt schalte ich ihn aber aus. Er hat seine Schuldigkeit für heute wirklich getan.
Für den Rest des Tages darf er nun endlich am Netzstecker hängen und wieder neue Kräfte tanken für das nächste Mal das er mich auf einer meiner Touren begleiten muss.

Inzwischen ist auch der Computer hochgefahren und mit einem schnellen Doppelklick ist Winamp geöffnet. Ohne Musik geht es halt einfach nicht.
Der Marker der Playlist springt dank Randomfunktion direkt auf Nummer 91 und aus den Boxen wummert mir der melancholische Bass von Azad entgegen.

Es ist krank, alles Lügen hier auf dieser Welt


Eintrag vom 06.07.2008 18:17 Uhr - 0 Kommentare Blog melden Blog bearbeiten
 
Ronin Village
Kategorie: Fun
Aus Langeweile und weil ich eigentlich eh schon immer mal Herrscher über irgendetwas sein wollte habe ich mir nach reiflicher Überlegung endlich eine eigene Stadt gegründet.

Leider fehlt es selbiger derzeit noch etwas an Einwohnern, die ich knechten und ausbeuten könnte, also wer Lust auf einen kleinen Kurzurlaub in einem wunderhübsch idyllisch gelegenen, ruhig-romantischen Dörfchen hat das bald hoffentlich zu einer großen Metropole wird, der besuche einfach mal das tramhafte Ronin Village.

Noch ist nicht viel los, aber das kann sich mit eurer Hilfe bald ändern. großes Grinsen




PS: Und wer sein eigenes Dorf will geht einfach auf www.myminicity.com Eine Anmeldung ist dabei nicht notwendig.
Eintrag vom 18.05.2008 20:29 Uhr - 1 Kommentar Blog melden Blog bearbeiten
 
großes Grinsen 1. Mai, seid mit dabei...
Kategorie: Fun
So, passend zum ersten Mai und für alle die gern mal ordentlich randalieren würden, sich aber nicht trauen, ein alter Klassiker:

http://tag-der-arbeit.extrajetzt.de/htm/game.htm

großes Grinsen


Mein Rekord sind 490.750. peace
Eintrag vom 01.05.2008 15:19 Uhr - 1 Kommentar Blog melden Blog bearbeiten
 
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