So, heute gibt’s zur Abwechslung mal echte Poesie im Blog.
Da soll mal noch jemand sagen hier würde kein hohes Niveau herrschen.
Obwohl, einige werden das wohl dennoch tun, denn der gute Wilhelm Busch ist bei so manchem leider als harmloser Kinderautor oder künstlerisch wenig anspruchsvoller Volksdichter verschrien, der mit seinen lustigen Bildergeschichten zu allem Überfluss auch noch einen der Grundsteine für die Comics, die schrecklichste „Kunst“form das 20zigsten Jahrhunderts, gelegt hat.
Doch von so was sollte man sich nicht irritieren lassen.
Busch, der leidenschaftliche Maler und begabte Dichter, hat Sprüche geprägt und Verse geschrieben, denen es wie kaum anderen gelingt elementarste Lebensweisheiten und tiefste Gefühle in geradezu unerhört leichte und einfache Reime zu kleiden.
Das beste Beispiel dafür das von mir hochgeschätzte:
Wir mögen keinem gerne gönnen,
dass er was kann was wir nicht können.
Sehr amüsant auch seine Bewunderung für das Wort „vielleicht“:
Sehr verständig war der Mann,
Der das Wort »vielleicht« ersann.
Sage nie: »Dann soll's geschehen!«
Öffne dir ein Hinterpförtchen
Durch »vielleicht«, das nette Wörtchen,
Oder sag: »Ich will mal sehen.«
Gar mancher Schwierigkeit entweicht
Man durch das hübsche Wort »vielleicht«.
Aber kommen wir zum eigentlichen Anlass diese Blogs.
Wenn mir so dann und wann langweilig ist, durchforste ich das WorldWideWeb immer mal wieder ganz gern nach lustigen, weisen oder auch einfach neckischen Sprüchen, Sprichworten oder kleinen Gedichten.
Das ist so ein kleines Hobby von mir, das unter anderem auch unser Zitatebox hier im KaF immer mal wieder mit neuen Inhalten füllt, und das nicht nur zum Überbrücken kleiner Langweilpausen gut ist, sondern dabei hin und wieder auch noch zu überraschend auftretenden Geistesblitzen und (Lebens-)Einsichten führen kann.
Und um den Kreis wieder zu schließen, einer der Namen der mir bei diesen Ausflügen immer wieder begegnet ist eben jener welcher Wilhelm Busch, dem dieser Blog gewidmet ist und von dem ich jüngst wieder mal über zwei großartige kleine Gedichte gestolpert sind, die Auszugsweise auch schon in der Zitatebox Einzug gehalten haben, hiermit aber auch noch einmal in ihrer Gänze verewigt werden sollen.
| Zitat: |
Wo sich Ewigkeiten dehnen
Hören die Gedanken auf
Nur der Herzen frommes Sehnen
Ahnt, was ohne Zeitenlauf.
Wo wir waren, wo wir bleiben,
Sagt kein kluges Menschenwort;
Doch die Grübelgeister schreiben:
Bist du weg, so bleibe fort.
Laß dich nicht aufs neu gelüsten.
Was geschah, es wird geschehn.
Ewig an des Lebens Küsten
Wirst du scheiternd untergehn. |
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| Zitat: |
Ich weiß ein stilles Fensterlein,
Liegt heimlich und versteckt,
Das hat mit Laub der grüne Wein
Und Ranken überdeckt.
Im Laube spielt der Sommerwind,
Die Rebe schwankt und nickt,
Dahinter sitzt ein hübsches Kind
Gedankenvoll und stickt.
Im jugendklaren Angesicht
Blüht wundersüß der Mund
Als wie ein Rosenknösplein licht
Früh in der Morgenstund.
Im Netzgeflecht das blonde Haar
Umfaßt ein braunes Band,
Das liebe blaue Augenpaar
Blickt sinnend auf die Hand.
Und 's Köpfchen scheint so still zu sein.
Ist doch ein Taubenschlag.
Gedanken fliegen aus und ein
Den lieben langen Tag.
Sie fliegen über Wald und Flur
Ins weite Land hinaus.
Ach, käm ein einzig Täubchen nur
Und flöge in mein Haus. |
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Und das wars auch schon.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und für alle die bis hier durchgehalten haben noch ein kleiner Abschiedsbonus.
Willst du das Leben recht verstehn,
Mußt du's nicht nur von vorn besehn.
Von vorn betrachtet, sieht ein Haus
Meist besser als von hinten aus.
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